Kunst und Kultur von morgen

Welchen Trends folgt die Kunst, wie wird sich die Entwicklung der Gesellschaft auf die Kultur auswirken – Fragen, mit denen sich verschiedene Personen aus Politologie, Kunst und Wissenschaft beschäftigen. Im Besonderen das Nicht-Vorhanden-Sein von Kunst und Kultur in der Zukunft wird befürchtet. Die Kultur der Jugend und der oftmals negative Einfluss der Medien, in denen recht wenig Kunst und Kultur vermittelt wird, werden hier gerne zur Begründung heran gezogen. Tatsächlich interessieren sich junge Leute oftmals nicht für klassische Kunst, Musik und die Kultur des Landes – sie haben ihre eigene. Doch auch dies ist Kultur, auch wenn sie anderen Gruppen nicht unbedingt zugänglich ist. Die Angst der Menschen, dass sich die Gesellschaft und deren Kultur negativ entwickelt ist so oftmals daher zu begründen, dass es eigentlich die Angst ist, dass die eigene Wahrnehmung von Kunst und Kultur in der Zukunft nicht mehr statt findet. Dabei ist nicht jede Entwicklung auch gleich negativ. Multikulti ist ein Schlagwort, der von den Menschen teils positiv, teils negativ wahrgenommen wird. Auch die Kultur von Sprache, die Musik, die Ernährung sind Aspekte, die sich laufend verändern – jedoch nicht immer in das Negative. Mehr Freiheit, Kreativität und Selbstverwirklichung ist heute in unserer Gesellschaft möglich. Auch aufgrund des schwindenden Einflusses von Kirche und Staat auf das Leben und Wirken der Menschen. Jeder hat dieselben Möglichkeiten, sein Leben so zu gestalten, wie er es möchte – unabhängig von Geschlecht, Sexualität und ethnischer Herkunft. Zumindest in der Theorie.

Auch der Sinn für die Kunst wird verändert wahrgenommen. Klassische Musik und Kunst ist bei der jüngeren Generation nicht so sehr beliebt – sie machen ihre eigene Kunst, entwickeln ihre eigene Kultur. So wie es auch die Generationen vor ihnen gemacht haben. Gerade in der Musik ist dies zu erkennen, aber auch in der Bildenden Kunst. Bei beiden kommen moderne Techniken und Neue Medien zum Einsatz, also das Fernsehen, der Computer, das Internet, das Handy. Körperkunst, Grafik und Musik haben sich weiter entwickelt, ebenso die Verbreitungsmöglichkeiten. Das Internet und die Möglichkeit, Bilder und Videos online einem breiten Publikum zu präsentieren, ermöglichst es vielen Künstlern, angesehen und wirtschaftlich erfolgreich zu sein – etwas, das sich der Künstler Vincent van Gogh wohl gewünscht hätte, denn Zeit seines Wirkens war er pleite und keiner wollte seine Werke sehen oder kaufen.

Ob sich jemand für Kunst und auch Kultur interessiert, dies ist oftmals auch abhängig vom sozialen Status. Generell ist der Bildungsstand maßgebend dafür, wie interessiert die Menschen an der Gesellschaft sind. Es ist erwiesen, dass Kinder und Jugendliche mit einem schlechten sozialen Background sich nicht nur wenig für Bildung interessieren, sondern auch für die Kunst und Kultur ihrer Gesellschaft. Beim Nachwuchs der finanziell besser gestellten Bevölkerung sieht es oftmals anders aus. Hier kümmert sich das Elternhaus Studien zufolge intensiver um die Bildung seiner Kinder – auch was die verschiedenen Aspekte der Kultur, das Mitwirken in der Gesellschaft und die Kunst angeht.

Doch wie werden sich nun Kunst und Kultur in Deutschland weiter entwickeln, wie werden sie morgen aussehen? Hier eine Prognose zu wagen ist schwierig – Trends können erstaunlich sein, technische Entwicklungen ebenso. Es ist zu vermuten, dass sich Kunst und Kultur wie eh und je kontinuierlich weiter entwickeln können. Es bleibt zu wünschen, dass sie in eine Richtung gehen, die sich positiv auf die Gesellschaft, die Wirtschaft und die Umwelt auswirken.

© Sigrid Roßmann / pixelio.de